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Von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft - toto corde, tota anima, tota virtute

Konzert der Boston College High School

45 jugendliche Schüler aus Boston boten am Montag, dem 14. April 2019, ein heiteres bis besinnliches Mittagskonzert im Theatersaal der Stiftsschule. Der ausschliesslich aus jungen Männern bestehende Chor unter der Leitung von Dr. Marina Rozenberg schloss damit eine einwöchige Schweiztournee ab, die sie unter anderem nach Luzern und St. Gallen geführt hatte.

Eröffnet wurde das Freundschaftskonzert mit dem Schweizer Psalm und der amerikanischen Hymne, die die Schüler mit Inbrunst zum Besten gaben. Darauf folgte ein vielfältiges Repertoire: der Spiritual «O Mary, Don`t you Weep», ein amerikanischer Volksong mit dem Titel «Shenandoah» bis hin zu Danny Boy von Nancy Grundahl. Auch mutige Solopartien waren zu hören, die besonders bei Transilvania Mania von Mel Brooks überzeugten.

Für die amerikanischen Schüler ist es bereits die dritte Europatournee. Nach Besuchen in Rom und Wien stand dieses Jahr die Schweiz am Programm. Der Reiseveranstalter CCA aus Salzburg hatte die Tour im Vorfeld vorbereitet und vor allem kirchliche Einrichtungen mit ins Programm genommen. Eine Jesuitenschule war in der Schweiz dabei nicht zu finden, weshalb diesmal auch Einsiedeln in den Genuss eines Auftritts kam.

Für den Einsiedler Musiklehrer Christoph Marty war vor allem der Schlusspusspunkt des Konzerts eindrücklich. Spontan wurde der Cum Anima-Chor der Stiftsschule auf die Bühne geholt und sang mit den amerikanischen Kollegen gemeinsam das Halleluja Leonhard Cohens. Christoph Marty fand Gefallen an der Darbietung: «Man hat Gefühle gesehen und gehört. Und deshalb machen wir ja Musik.»

Im Anschluss bot ein Coming Together die Möglichkeit, die amerikanischen Gäste besser kennenzulernen. Hier hörte man von Seiten der Schüler etwa, dass ihre Schule nicht so streng sei, wie man aufgrund der Uniformen und der klaren Anweisungen der Chorleiterin hätte vermuten können. Im persönlichen Gespräch konnte man sich auch direkt einen Eindruck davon machen. Auf der Homepage der Schule liest man noch Weiteres. Die Schule sei eine jesuitische Gründung aus dem Jahre 1863 und pflege auch nach wie vor einen entsprechenden Geist: «Boston College High School seeks to challenge our students not only to academic excellence, but also to become young men of competence and compassion.» Der Schulalltag besteht aus Lektionen bis zwei Uhr nachmittags, danach folgen Kurse wie Sport oder Gesang. Ein Internat gebe es nicht, abends geht es für alle Schüler wieder nach Hause.  

Frau Dr. Marina Rozenberg, gebürtige Russin, unterrichtet schon seit 16 Jahren an der katholischen Privatschule und hat sich ihre Begeisterung für die Performing Arts und den Chorgesang nicht nehmen lassen. Für den Chor bereitet sie jedes Jahr eine neue Tournee vor und stellt dafür auch das entsprechende Repertoire zusammen. Beim Chorsingen («Choralising») gehe es vor allem darum aufeinander zu hören, «to listen to each other», «to be as one», nicht nur dem Gesang, sondern auch der Haltung nach. Auch von ihren Schülern hört man nur lobende Worte über die begeisterte Lehrerin. Sie wirke zwar sehr streng, sei aber sehr herzlich und engagiert.

Morgen reisen die amerikanischen Gäste wieder zurück in die USA. Was bleibt ist ein schöner Eindruck einer fröhlich engagierten Truppe, die uns einen kleinen Einblick in ihre musikalische Welt gewährte. Zum Nachhören und -klingen durften wir auch einige Aufnahmen des Konzerts mitschneiden.