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Podiumsdiskussion Altersvorsorge 2020

Die 4. bis 6. Klassen der Stiftsschule nahmen am vergangenen Mittwoch an einer Podiumsdiskussion zur Altersvorsorge 2020 teil. Organisiert wurde diese durch die GV Corvina und moderiert von Helmuth Fuchs, Leiter des Kursfaches für Wirtschaft und Recht. Die Frage nach Sinn und Unsinn der Rentenreform wurde dabei von Petra Gössi (FDP), Marcel Dettling (SVP), Alois Gmür (CVP) und Andreas Marty (SP) diskutiert.

Mit der Rentenreform 2020 ist nun seit einigen Wochen ein kontroverses Thema auf dem Verhandlungstisch.  Am vergangenen Mittwochnachmittag fanden sich die 4. bis 6. Klassen der Stiftsschule Einsiedeln im Theatersaal zur Diskussion ein. Denn auch die Schüler werden vom Abstimmungsresultat betroffen sein. Dies wurde nach einer kurzen Videosequenz klar, welche die Ausgangslage noch einmal zeigte und dabei auch einige Pro- und Kontrapunkte nannte.

Diese Einführung wurde, nach einer Vorstellungsrunde der Parteivertreter, auch gleich aufgegriffen und war damit der Startschuss zur Diskussion. So betonte Andreas Marty, Kantonsrat und Parteimitglied der SP, dass die AHV nach wie vor auf einem guten Fundament stehe, dieses aber durchaus Risse bekommen würde, wenn man jetzt nicht handelt. Alois Gmür, Nationalrat und Vertreter der CVP erklärte, dass bei einer Annahme zwar nicht alles geregelt werden würde, aber die Vorlage zumindest die anstehenden Probleme der nächsten Jahre lösen würde. Auch bei einem Ja, so Gmür, müsste man direkt die nächste Vorlage aufgleisen. Doch der Vorschlag stelle, nach Marcel Dettling, Nationalrat der SVP, eine übermässige Belastung der Jungen dar und sei kein vernünftiger Beschluss. Deshalb sei es sinnvoll, eine neue Vorlage auszuarbeiten. Ein Beispiel dafür wäre der kürzlich publizierte «Plan B» der FDP, erwähnte Petra Gössi.  Dass immer weniger Leute immer mehr bezahlten, unter anderem auch durch die geplante Erhöhung der Rente um 70 Franken, würde laut Petra Gössi zu einem Defizit von rund 7 Milliarden Franken im Jahr 2034 führen. Dieses Argument fand jedoch Kritik bei Andreas Marty, denn wenn die Rentenreform angenommen werden würde, hätte man im Kontrast zu einigen Ausgaben auch wieder Mehreinnahmen durch die Erhöhung des Rentenalters der Frau, der Flexibilisierung des Altersrücktritts, der Erhöhung der Mehrwertsteuer und den höheren Lohnabzügen. «Das Ziel des Parlamentes wäre es, dass die Rentenleistung in etwa gleichbleibt, darum muss jetzt etwas passieren», betonte Alois Gmür.  «Mit der Vorlage so wie sie jetzt ist schafft man jedoch auch eine Art Dreigenerationengesellschaft.» Warum saniert man dann nicht einfach gleich fundamental? «Wir können nicht alles auf den Kopf stellen, es ist immer ein Geben und Nehmen». Auch Petra Gössi erklärte, dass Drei-Säulen-System beizubehalten mache durchaus Sinn. Die Reform wie sie jetzt ist, sichere zwar die Rente für die Zukunft nicht, baue diese aber zumindest aus, was nötig sei bis man eine weitere Vorlage ausgearbeitet hat.

Ein wichtiger Teil der Rentenreform ist die Erhöhung des Rentenalters der Frau so wie die stufenweise Pensionierung. Die Frage, wie gut man wieder in den Arbeitsmarkt einbezogen wird nach Kündigung, wenn man bereits in vorgeschrittenem Alter ist und wie sich dies mit der Erhöhung des Rentenalters verhält, beschäftigte zu gut der Letzt nicht nur die Parteivertretenden auf der Bühne, sondern bei der offenen Diskussion dann auch aktiv die Schülerinnen und Schüler im Publikum. Dabei kam die Frage auf, was die Reform denn nun für einen Zweck habe, wenn sie langfristig ja gar nichts bringt und ob es nicht auch andere Wege gäbe, bereits ältere Menschen wieder in den Arbeitsalltag miteinzubeziehen, auch in Betracht ihrer Erfahrung auf dem jeweiligen Gebiet auf.  Ersteres wurde von Andreas Marty beantwortet: «Man muss ja nur eine Lösung präsentieren, welche für die nächsten 10 Jahre funktioniert, ansonsten befinden wir uns schon bald in einem Defizit.» Zum Ende der Diskussion sprach nochmals Alois Gmür: «Ich hoffe die Bürger merken schlussendlich, was richtig ist.» Da die ein oder andere Frage der Schüler noch unbeantwortet blieb, wurde auch später beim Apero noch weiter diskutiert und nachgefragt.