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Microsoft-Schweiz-Chefin zu Gast in der Stiftsschule

„Es braucht kluge Köpfe und mutige Menschen“

Durch die Vermittlung der Alumni-Vereinigung konnte auch im aktuellen Schuljahr eine hochrangige Persönlichkeit für ein Podiumsgespräch an der Stiftsschule gewonnen werden. Zum ersten Mal handelte sich dabei um eine Frau, die promovierte Juristin und Country Managerin Microsoft Switzerland Marianne Janik.

Bereits in den einführenden Worten machte Rektor Johannes Eichrodt gegenüber den anwesenden Schülern der 4.-6. Klassen auf die Bedeutung des Anlasses aufmerksam: „Ihr seid täglich mit neuen Technologien in Kontakt und fest steht inzwischen auch, dass in vier Jahren Informatikunterricht obligatorisch sein wird.“ Die Stossrichtung für die Podiumsdiskussion war somit vorgegeben: Wie weit ist die Digitalisierung fortgeschritten? Was bedeutet sie für die zukünftige Arbeitsplatzsituation und was im Konkreten für den Wirtschaftsstandort Schweiz?

Ein Podium mit dem Kursfach „Unternehmertum und Wirtschaft“

Die Teilnehmer des Podiums, allen voran vier Schüler aus dem Kursfach „Unternehmertum und Wirtschaft“, namentlich Alexander Stadelmann, Albin Mamuti, Jonas Zuellig und Christian Maschek sowie Moderator Helmuth Fuchs griffen diese Themen auf und konfrontierten die 51jährige Managerin mit wirtschaftlichen, technischen und persönlichen  Fragen.

5000 Data Scientists gesucht

Diese betonte gleich vorweg: „Technologie lässt sich nicht aufhalten.“ Sei es im Bereich Life Science, Künstliche Intelligenz, Robotik, oder ganz neu „Quantencomputer“ – hier geht die Entwicklung weltweit voran. Universitäten und Unternehmen arbeiten eng zusammen, allein Microsoft investiere jährlich mehr als eine Milliarde Dollar in Forschung und Innovation. Durch die Digitalisierung würden dabei auch neue Jobs geschaffen werden. Microsoft suche derzeit etwa 5000 Data Scientists, könne die Stellen aber nicht besetzen, da es in der IT-Industrie „zu wenige Talente“ gebe.

Kleinkinder klüger als Roboter

Die Schattenseiten der Digitalisierung negiert Janik, auf Nachfrage von Moderator Helmuth Fuchs, dennoch nicht. Selbst im akademischen Bereichen, bei Juristen und Medizinern, werden in naher Zukunft Teilbereiche durch digitale Angebote ersetzt werden. Und auch so manche Entwicklung etwa im Bereich der Robotik sei in ihrer Tragweite noch nicht absehbar. Gerade im Bereich der Sensorik, der emotionalen Intelligenz und der Lernfähigkeit sei derzeit aber jedes Kleinkind einem Roboter überlegen.

Cybersecurity hat Priorität

Eine sehr ernstzunehmende Herausforderung der Digitalisierung ist auch die Sicherheit. Microsoft sei täglich von tausenden Allerts betroffen, die Partnerunternehmen und Privatkunden von nicht minder schweren Angriffen. Besonders betroffen machen Janik dabei die Cyberangriffe von rechtmässigen Staaten – ein völkerrechtlicher Tabubruch, den sie nicht zuletzt mit einer Anfrage an die UNO entgegentreten möchte. Sicherheit ist demnach auch ein grosser Forschungs- und Investitionsbereich, denn „niemand wird Technologien einsetzen, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist.“

Demokratisierung der Digitalisierung

Für den Wirtschaftsstandort Schweiz fand die Managerin lobende Worte. Die Qualität der Ausbildung innerhalb der Betriebe sei gewährleistet, Innovation sei „im Mark des Landes“ verankert. Weiters bieten international anerkannte Hochschulen gerade auch im wissenschaftlichen Bereich gute Ausbildungs- und Kooperationsmöglichkeiten. Als besondere Chance für den Standort Schweiz sieht Janik die „Demokratisierung der Digitalisierung“. Gemeint ist die Auslagerung und Anwendung einzelner digitaler Angebote auf KMU-Ebene. Dieses demokratische Verständnis von Digitalisierung passe besonders gut in die Schweiz.

Neugierde, Offenheit und vernetztes Denken

So manchen Schüler interessierte sich auch für ganz konkrete Microsoft Technologien: Die Microsoft-Watch, die wieder vom Markt genommen wurde oder das neue Office-Paket, das doch „ziemlich offensiv“ an die Endkunden weitergegeben werde. Marianne Janik erwies sich dabei als kompetente und begeisterungsfähige Gesprächspartnerin, die sich auch zu mancher gesellschaftspolitischen Aussage bekannte.

Den Schülern wollte sie aber v.a. eines mit auf den Weg geben, nämlich „keine Durchschnittsschüler“ zu sein, sondern vielmehr „kluge Köpfe und mutige Menschen“, die  ganz persönlichen Interessen mit entsprechendem Engagement nachgehen. „Mach, was Dich interessiert“ – das gelte in besonderer Weise auch für Mädchen, die im IT-Bereich genauso gefragt seien wie Jungen. Es komme vor allem auf Neugierde, Offenheit und vernetztes Denken an. Dann gelte in weiterer Folge auch: „Wer von sich hören lässt, der wird gehört.“

Maria Egartner

 

Im Portrait: Marianne Yanik (51)-Microsoft Schweiz Chefin: Die ursprünglich aus Frankreich stammende Juristin fand von jeher grossen Gefallen an neuen Technologien und machte zentrale Berufserfahrungen bei Daimler („weil mich die Überführung von Luftfahrt-Technologie in die Autobranche faszinierte “) Seit Juli 2015 ist Marianne Janik als General Manager für die Leitung von Microsoft Schweiz zuständig. Zuvor verantwortete sie rund vier Jahre lang die Bereiche öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen in der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland. Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit steht sie auch für Schulkontakte zur Verfügung und fand so auf Nachfrage der Alumni-Vereinigung ihren Weg in die Stiftsschule Einsiedeln.